Mittwoch, 12. September 2012

Meine erste Woche in München

Da ja nun wieder einige Zeit herum ist, werde ich es mal nicht zu ausführlich beschreiben.
Als ich nach langer Autofahrt mit Mama's Auto (das Bremskabel des armen Passats hat es nicht mehr geschafft) endlich in München ankam, war ich ziemlich kaputt.
Die ersten Tage plagte mich das Heimweh, am liebsten hätte ich alles zusammengepackt und wäre wieder nach Enschede. Was hätte ich dafür gegeben einfach wieder ganz normal weiter zu studieren!! Der Katzenjammer war sehr groß..
Am ersten Arbeitstag wurde es dann schon besser. Alle waren wirklich sehr nett zu mir und wie es bisher aussieht habe ich auch wirklich Glück mit meiner Abteilung. Zumindest geben sich alle viel Mühe und ich habe schon gut zu tun. Außerdem gibt es einige andere sehr nette Praktikantinnen mit denen ich immer meine Mittagspause in der Kantine verbringe.
Das frühe Aufstehen fällt mir leider immer noch ziemlich schwer und durch die einstündige Fahrt zur Arbeit, habe ich leider auch wenig davon, dass ich eigentlich erst um 9 Uhr da sein muss.
Die ersten Tage fiel ich immer halb tot ins Bett wenn ich nach Hause kam und verbrachte den Abend mit vielen Telefonaten, wovon besonders einige mit Dennis sehr tränenreich waren.

Glücklicherweise rückte das Wochenende schnell näher und München wollte erkundet werden. Es begann damit dass Freunde meines Mitbewohners Manuel vorbeikamen und wir das Wochenende auf dem Balkon mit leckeren Hugos einläuteten. Der einzige Fehler den ich an diesem Abend beging, war mich überreden zu lassen um doch noch mit feiern zu gehen. Im Club angekommen, erwartete uns eine äußerst seltsame 60er Jahre Party.. Zusammenfassung: komische Menschen, lange Haare, seltsame Frisuren, lange nicht gesehene Kleidung und das Ganze dann zu Oldie Musik auf die alle äußerst komisch tanzten. Nunja, ich dachte mir, jetzt bin ich schonmal hier, also machen wir das Beste draus. Also habe ich mehr oder weniger erfolgreich versucht mein Tanzbein zu schwingen. Anfangs war die Musik noch ganz nett, es war halt mal was anderes. Nach einer Stunde konnte man es aber nicht mehr hören und gehen lassen konnte ich mich bei der Musik sowieso nicht.
Innerlich überlegte ich also die ganze Zeit wann wohl der geeignete Zeitpunkt wäre, an dem ich gehen könnte, ohne dass es unhöflich rüber käme.. Glücklicherweise wurde ich erlöst, den anderen schien es auch nicht so gut zu gefallen. Und da nahm das Elend seinen Lauf. Zu Fuß liefen wir gefühlte 10km zu einer WG-Party eines Bekannten, nur um dort festzustellen, dass dort nichts mehr ging. Dann wurden gefühlte weitere 10km zu einem anderen Club zurückgelegt (mit ABSÄTZEN!), welchen wir dann gegen 3 Uhr erreichten. Als ich hörte, dass es 10€ kosten sollte, war für mich Schluss mit lustig. Ich wollte nur noch nach Hause und in mein Bett! Man muss dazu sagen, dass ich bereits den ganzen tag stehend im Labor mit Qualitätstest verbracht hatte. Also pfiff ich Manuel zurück und er wollte glücklicherweise auch nach Hause. Die U-Bahnen fuhren leider nicht mehr, also mussten wir den Nachtbus nehmen, dessen Haltestelle leider wieder gefühlte 10km von unserer WG entfernt liegt.
Endlich angekommen, fiel ich tot ins Bett.

Samstags schliefen wir dann beide lange (meine anderen beiden Mitbewohner Benno und Daniel waren noch in Urlaub) und ich ließ den Tag langsam angehen. Bett und Telefon brachten mich durch den Tag bis Manuel gegen 6 an meine Tür klopfte und wir beschlossen zu grillen. Abends kamen die anderen beiden zurück und ich lernte das erste Mal meine komplette WG kennen. Der erste Eindruck war gut, beide schienen noch etwas betrunken zu sein und waren etwas angeschlagen.

Sonntags dann klappte es leider nicht mehr so gut mit dem lange schlafen. Was sollte ich also anstellen mit meinem freien Tag und dem guten Wetter? Bei Facebook gibt es eine Gruppe "Neu in München" wo Leute immer reinschreiben wenn sie etwas machen wollen. Also fragte ich nach Leuten die Lust hätten was draußen zu machen. Ich dachte dabei eigentlich mehr an Biergarten, Isar, Eis essen oder ähnliches.. Letzten Endes fragte mich Ahmed ob ich nicht Lust hätte mit aufs Superrave zu kommen. An ein Festival hatte ich nun als letztes gedacht, aber da mich die anderen Angebote eher weniger überzeugten, sagte ich zu! Und ich habe es definitiv nicht bereut! Ahmed und eine Freundin von ihm, Anette, waren super nett und zusammen haben wir einen tollen Tag verbracht! Von halb vier bis um halb 12 haben wir viel getanzt und gequatscht. Die Musik war wirklich klasse und ganz nach meinem Geschmack.

Leider war das Aufstehen am nächsten Tag dann weniger toll und ich habe mich mehr oder weniger durch den Montag gequält. Und da ich ja jede Gelegenheit nutzen möchte um mich unters Volk zu mischen, bin ich Montag Abend dann mit Larissa (aus meiner Heimat, wir waren zusammen in der Schule) zu einer WG-Party ihrer Freundin gegangen, die übrigens auch mit meinem Mitbewohner Benno befreundet ist. Dort habe ich mich wirklich sehr gut amüsiert, alle waren super nett, ich hatte tolle Gespräche und ganz im Gegensatz zu Larissas Behauptung waren die Maschinenbauer gar nicht so nerdy wie ich es mir ausgemalt habe. Am liebsten wäre ich noch ewig geblieben, da die Stimmung wirklich super war und es total gesellig war. Leider hatte ich meinen klingelnden Wecker im Hinterkopf, was mich dazu bewegte die Party irgendwann zu verlassen. Nach nur 4 Stunden Schlaf ging der Wecker und Arbeit war angesagt. Wenn ich dachte dass ich mich schon Montag durch den Tag gequält habe, dann war der Dienstag nichts dagegen! In jedem unbeobachteten Moment (daher gibt es leider fast nie welche) schloss ich schnell meine Augen und versuchte gegen die Müdigkeit anzukämpfen.

Gestern (Dienstag) verzichtete ich dann auf Bennos Trachtenabend und ging früh schlafen, heute war es schon anstrengend genug auf der Arbeit! Sehr passend meinte meine Kollegin heute "Normalerweise fangen unsere Praktikantinnen ja immer langsam an.. aber du musstest ja wirklich direkt im fünften Gang starten!". Ich finde das sagt genug!
Im nächsten Post werde ich dann mal etwas mehr über meine Arbeit berichten und was ich dort den ganzen Tag so mache.. :P

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